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Jurafuchs
Universität zu Köln · 2025 · ScholarlyArticle

Unabhängige experimentelle Evaluation: Jurafuchs hebt Wissen, Transfer und Klausurleistung statistisch signifikant

Prof. Dr. Andreas Glöckner und Team haben die Lernplattform Jurafuchs in einem präregistrierten Zwei-Gruppen-Design empirisch geprüft. Studierende, die 30 Tage mit Jurafuchs Arbeitsrecht lernten, schnitten in einem dreiteiligen Test überzufällig besser ab als die Kontrollgruppe — bei einem Aufwand von durchschnittlich nur 5,7 Stunden Lernzeit.

Studiendesign

Wie wurde gemessen?

Die Studie folgt einem klassischen randomisierten Zwei-Gruppen-Design. 64 Jurastudierende (Ø 9. Fachsemester, range 4.–24. Fachsemester) wurden zufällig auf Trainingsgruppe (lernt 30 Tage Arbeitsrecht in Jurafuchs) und Kontrollgruppe (lernt nicht mit Jurafuchs) verteilt. Im Anschluss bearbeiteten alle einen identischen, dreiteiligen Test:

  1. VWissensfragen (30 min) — reproduktives Faktenwissen über standardisierte Items.
  2. VIKurzfälle (45 min) — Naher Transfer, anwendungsbezogene Falllösung zu klar definierten Problemstellungen.
  3. VIIKomplexer Examensfall (120 min) — weiterer Transfer im Rahmen einer Abschlussklausur, ähnlich einer 5-stündigen Staatsprüfung.
Vergleich zu früherer Forschung

Towfigh, Traxler & Glöckner (ZDRW 2014) zeigten: Ein klassischer Klausurenkurs mit rund 30 Probe-Klausuren hebt die Examensnote im Durchschnitt um etwa einen Notenpunkt. Mit Jurafuchs liegt der Klausureffekt im selben Bereich (+1,07 bis +1,76 Notenpunkte) — bei einem Bruchteil der Lernzeit.

Kennzahlen
N = 64
Jurastudierende (Ø 9. Fachsemester)
30 Tage
Lernphase Arbeitsrecht
~5,7 h
Ø Lernzeit pro Person
~1.012
Ø Antworten pro Person
195 min
Drei-Phasen-Nachtest
Präregistriert
OSF-Protokoll vorab fixiert
Reaktionsebene (5er-Skala)
Verständlichkeit
4,19
Motivation
4,08
Zufriedenheit
4,35
Lernfortschritt
4,11
Nutzbarkeit
4,28
Alle Hypothesen 1a–e mit p < .001 statistisch abgesichert.
Ebene 2 + 3: Lernen & Transfer

Lerneffekte gegenüber Kontrollgruppe

Auf allen drei Testebenen schnitt die Trainingsgruppe überzufällig besser ab. Der Lernerfolg ist robust und bleibt auch dann bestehen, wenn man für Vorwissen, Lernzeit und bearbeitete Aufgabenanzahl statistisch kontrolliert.

+36 %
Reproduktives Wissen
+3,9 Punkte (von 20)
p < .001
+46 %
Naher Transfer (Kurzfälle)
+2,96 Punkte (von 21)
p = .008
+34 %
Komplexer Examensfall (120-min-Klausur)
+1,76 Notenpunkte (Skala 0–18)
p = .026
Hinweis zum Klausureffekt: Bei zusätzlicher statistischer Kontrolle für Vorwissen, Lernzeit und Anzahl bearbeiteter Aufgaben sinkt der Klausureffekt von +1,76 auf +1,07 Notenpunkte (≙ +21 %) und ist nach konventionellen Signifikanzschwellen nicht mehr statistisch abgesichert (t(51) = 1.15, p = .257). Die Effekte auf reproduktives Wissen und nahen Transfer bleiben robust signifikant.
Fazit der Studie
„Insgesamt zeigen sich substantielle Steigerungen der Lerneffekte … Entsprechend kann das Lernen mit Jurafuchs als höchst effektiv bewertet werden."
— Glöckner, Evaluation der Lernplattform Jurafuchs, Universität zu Köln, Bericht vom 23.12.2025, Diskussion (Ebene 3: Verhalten/Transfer)
Was die Studie zeigt
  • Substantielle Lerneffekte auf allen drei Testebenen.
  • Hohe Lernerfahrung: Verständlichkeit 4,19 / Zufriedenheit 4,35 / Nutzbarkeit 4,28.
  • Transfer-Effekt vergleichbar mit klassischen Klausurenkursen, bei einem Bruchteil der Lernzeit.
  • Robust gegen Kontrollvariablen (außer Klausurebene, s. Hinweis oben).
Methodische Einschränkungen
  • ·Geplante Stichprobe N = 300; rekrutiert wurden N = 64 nach 8 Monaten — reduzierte Teststärke bei Nullbefunden.
  • ·Untersucht wurde ausschließlich der Bereich Arbeitsrecht; Generalisierbarkeit auf andere Rechtsgebiete ist plausibel, aber nicht direkt geprüft.
  • ·Keine doppelt-blinde Bewertung der offenen Antworten möglich; Cronbachs Alpha (.69 / .69 / .76) zeigt aber ausreichende interne Konsistenz.
Zitiervorschlag

Glöckner, A. (2025). Evaluation der Lernplattform Jurafuchs. Universität zu Köln, Bericht vom 23.12.2025. Verfügbar unter: https://lehre.jurafuchs.de/forschung/glockner-koeln-2025